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Wie die Indianische Flöte zu den Menschen kam
"Es war einmal ein junger Jäger, der in die wunderschöne Tochter des Häuptlings verliebt war. Alle jungen Männer wollten sie heiraten, aber der Häuptling fand keinen gut genug für seine Tochter. Wenn ein junger Mann sie heiraten wollte, musste er zuerst beweisen, dass er ein guter Jäger oder Krieger war. Eines Tages ging der junge Jäger auf die Jagd und sein Weg kreuzte sich mit dem eines grossen Elches. Es ist bekannt, dass der Elch wegen seiner Schnelligkeit und Schlauheit besonders schwierig zu jagen ist. Die Leute des Stammes waren schon lange hungrig und hatten kein Fleisch mehr. So würde es eine grosse Tat sein, den Elch zu erlegen.
Der junge Jäger versuchte den Elch zu töten, doch jedes Mal, wenn er nahe genug war, um einen Pfeil abzuschiessen, rannte der Elch wieder ausser Reichweite. Das ging so weiter, bis es plötzlich dunkel war.
Der junge Jäger entschied sich einen Lagerplatz zu suchen, um bis zum Morgen zu schlafen. Glücklicherweise fand er einen klaren Bach und trank ein wenig Wasser. Er hatte auch noch ein wenig Wasna (Trockenes Fleisch mit Beeren und Büffelfett) bei sich. Nachdem er gegessen hatte, lehnte er sich an einen Baum und versuchte zu schlafen. Aber das Rauschen der Bäume und das Heulen der Wölfe hielten ihn wach. Plötzlich hörte er ein anderes Geräusch. Ein Geräusch, das er noch nie zuvor gehört hatte. Eine wunderschöne Musik, eine Musik voller Hoffnung, Sehnsucht und Liebe. Dann schlief er ein. Er träumte von einem Specht, der zu ihm sagte: "Folge mir und ich will es dich lehren". Als er Aufwachte, stand die Sonne schon hoch am Himmel und in der Ferne war wieder diese süsse Musik zu hören. Auf dem Ast unter dem er geschlafen hatte, sass ein Specht und schaute ihn wartend an. Nun flog er los, von Baum zu Baum, aber nie sehr weit. Er schaute immer wieder zum Jäger zurück, als wollte er ihm sagen: "Komm und folge mir".
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Schlussendlich landete der Vogel auf einer Zeder und begann Löcher in einen Ast zu picken. Der Jäger trat näher heran und bemerkte, dass die Musik von einem hohlen Ast mit Spechtlöchern kam, der vom Wind überblasen wurde.
Der Jäger sagte zum Vogel: "Ich konnte den Elch nicht fangen, aber wenn ich dieses wundervolle Ding nach Hause bringe und darauf spielen lerne, werde ich vom Häuptling, seiner Tochter und den anderen Stammesmitgliedern bestimmt respektiert werden".
Er brach den Ast sorgfälltig ab und machte sich auf den Weg zurück ins Lager. Als der Jäger wieder zurück in seinem Tipi war, versuchte er auf dem Ast zu spielen. Leider brachte er keinen einzigen Ton heraus und wurde dadurch sehr traurig. Er wollte die Musik unbedingt wieder hören und entschloss sich, auf einen einsamen Hügel zu gehen und dort ohne Essen und Trinken zu bleiben, bis er der Flöte ihre Töne entlocken kann.
Er meditierte in der Hoffnung auf eine Vision die im zeigen würde, wie man eine Flöte spielt. In der vierten Nacht hatte er einen Traum indem der Specht zu ihm kam und sich in einen Mann verwandelt hatte, der ihm zeigte, wie man den Ast zum Tönen bringen kann. "Höre gut zu, höre mit deinem Herzen!" sagte der Vogelmann, als er auf der Flöte zu spielen begann. Als der Jäger wieder aus seiner Vision erwachte, nahm er die Flöte und blies wie der Vogelmann sachte in das Mundstück. Ein wunderschöner Ton kahm heraus und berührte ihn tief im Herzen. Noch in der gleichen Nacht, während der Jäger an seine Liebe dachte, spielte er ein Lied für die Tochter des Häuptlings. Er stand bei einem Baum und spielte in der Hoffnung, dass ihn seine Liebste hören würde. Der Wind trug die Melodie bis zu ihrem Tipi. Als die Töne sie berührten, sass sie am warmen Feuer und ass. Ihre Füsse trugen sie auf magische Weise nach draussen und sie lief der Melodie nach bis sie dem jungen Jäger gegenüber stand. Ihre Augen traffen sich, er setzte die Flöte ab und sie umarmten sich voller Liebe.
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